Neue Satzung ermöglicht jüngere Mitglieder: „Betagt“ ist nicht „alt‘“

Der Blick in den Saal zeigt: Viele Mitglieder interessierten sich für die Neufassung der Satzung unseres Vereins.

Ab sofort können auch Interessenten ab 50 Jahren dem Verein ohne Sondergenehmigung beitreten: In der Mitgliederversammlung hat der Verein „Sport für betagte Bürger Krefeld e.V.“ eine in Teilen überarbeitete Satzung fast einstimmig verabschiedet – von den knapp 200 Besuchern der Versammlung im Saal Gietz enthielten sich lediglich zwei Anwesende.

Eine der wesentlichen Änderungen: Über die Herabsetzung des Mindest-Beitrittsalters auf 50 Jahre möchten Vorstand und Mitglieder das dokumentieren, was seit Jahren angestrebt wird – den Verein verjüngen, ohne die älteren Mitglieder zu vernachlässigen. Die bisherige Satzung sah ein Mindestalter von 60 Jahren vor – wobei auch jetzt schon jüngere Interessenten Mitglied im Verein sind. Im Zuge der Diskussion um das Beitrittsalter entstand dann auch die Idee, Sport- und andere Angebote auf Wunsch auch in zwei „Leistungs-gruppen“ aufzuteilen – mit Anforderungen, die auf das jeweilige Durchschnittsalter zugeschnitten sind. Aus der Reihe der Mitglieder kam wiederum die Frage auf, ob der Begriff „betagt“ noch zeitgemäß sei – letztlich setzte sich die Auffassung durch, dass dieser Begriff nicht per se negativ sei, sondern auch die Erfahrung widerspiegele, die das „Älterwerden“ mit sich bringt. Davon könnten auch jüngere Mitglieder profitieren, denn „wir sind nicht mit 70 geboren, sondern wir waren alle einmal 50“, so Meincke.  Außerdem wurde noch einmal klar definiert, warum der Verein gemeinnützig ist: Vereinszweck sind u.a. die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, der Altenhilfe, von Kunst und Kultur, des Sports, der Volks- und Berufsbildung...

Die Vereinsvorsitzende Karin Meincke berichtete über die verschiedenen Arbeiten des Vorstandes im Jahresverlauf. So wurde viel unternommen, um das Wissen der Betreuer und des Vorstandes zu erweitern: Alle 82 Betreuer einschl. Vorstand haben einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, der künftig im Zweijahres-Rhythmus aufgefrischt werden soll. Außerdem haben zwölf weitere Übungsleiter im April den Übungsleiterschein C gemacht / aufgefrischt.

Finanziell steht der Verein sicher da: Schatzmeisterin Resi von der Fuhr erklärte, dass das Gesamt-Jahresergebnis 2016 einen Betrag von knapp 9000 Euro aufweist.

Heike Klein erläuterte, dass der Vorstand weiter daran arbeite, die Ergebnisse einer Weiterbildung auf Gut Schirmau in alle Angebote einzuarbeiten. Mehrere Übungsleiter haben sich in die „Alexander-Technik“ eingearbeitet – etwa unter dem Aspekt des wirbelsäulen-schonenden Gehens, der Hilfen für ein besseres Gleichgewicht und mehr Standfestigkeit oder für An- und Entspannung. „In den Gruppen wird sich positiv einiges verändern“, so Klein.

Vorstandswahlen standen in diesem Jahr nicht an – die Vorsitzende Meincke kündigte aber an, dass sie im nächsten Jahr nicht zur Wiederwahl antreten werde. Der Grund: Meincke engagiert sich bereits jetzt sehr in der Hospiz-Arbeit. Sie rechne damit, dass diese Aufgabe künftig so viel Zeit beanspruchen werde, dass sie den Verein nicht mehr angemessen leiten könne, erklärte sie. Die Ankündigung wurde mit Betroffenheit aufgenommen – allerdings soll in den nächsten Monaten die geregelte Nachfolge vorbereitet werden.

Info: Außerdem wurden traditionell langjährige Mitglieder geehrt – insgesamt 33 Frauen und Männer. Beispielhaft seien genannt: 20 Jahre Vereinsmitglied ist Helmut Viola (zurzeit Kassenprüfer) und 25 Jahre Resi von der Fuhr (25 Jahre Vorstandsmitglied und 10 Jahre Schatzmeisterin). Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurde Alfred Frömberg (langjähriges Mitglied im Chor) geehrt sowie für 35 Jahre Ingrid Hoffmann und Marlene Sparla (langjährige
Wanderführerin).
Nadia Joppen